Einleitung

Als engagierte Anwohner haben wir zusammen mit dem Eigentümer und den Architekten einen Gemeinschaftsgarten entworfen, der sich organisch in das Wegenetz einfügt, der in verschiedene Nutzungszonen unterteilt ist und der auf diese Weise den vielfältigen Bedürfnissen von Jung und Alt gerecht wird. Wir haben unsere vorhandene Berufserfahrung genutzt, gärtnerisches Wissen umgesetzt und überhaupt schlummernde Fähigkeiten geweckt. Und nicht zuletzt: der Gemeinschaftssinn sollte gestärkt und das Verständnis zwischen Menschen unterschiedlicher Generation, Herkunft und Kultur gefördert werden. Das ist gelungen!

Ideen für Jung und Alt

Der Kolonnaden-Garten Alte Salzstraße ist der Ort der Begegnung und Erholung für alle Generationen. Er soll den Austausch und das Zusammenleben im Quartier befruchten und bereichern. Der Garten bietet verschiedenste Möglichkeiten des Erlebens, Genießens und Gestaltens, die von der Pflege eines eigenen Pflanzbeetes über die Beobachtung der jahreszeitlichen Veränderungen der verschiedenen Elemente und Pflanzen bis zur aktiven Mitgestaltung von Festen reichen. Ebenso kann der Garten aber auch nur ein Ruhe- und Rückzugsraum für den entspannten Nachmittag auf der Gartenbank oder der Brunch im Frühling auf der Wiese sein.
Verschiedenste Angebote des Kolonnaden-Beirates sollen unterschiedliche Nutzerkreise ansprechen und den Garten für alle Generationen erfahrbar und erlebbar machen. Die bisherigen Aktivitäten (s. Veranstaltungen) haben dabei immer wieder zahlreiche Bewohner und Interessierte unterschiedlichsten Alters im Garten zusammengeführt. Im Rahmen von Kooperationen mit angrenzenden Schulen und Kindertageseinrichtungen erfolgen regelmäßig gemeinsame Aktionen und Veranstaltungen.  

Die Kolonnade

Img_1033b

Die Kolonnadenpergola ist das verbindende Element des Gartens. 
Sie durchzieht den Garten in konvex-konkaver Form auf einer Länge von ca. 60 m mit einer wechselnden Pergolentiefe von 2,40-4,20m und in einem Konstruktionsraster von 2,30m. Sie ist durchgängig eingeschossig, wobei aus gestalterischen Gründen die bauliche Höhe von 2,30 -3,10 m variiert.
Es handelt sich um eine Lärchenholzkonstruktion. Der Achsabstand der 29 Stützenpaare, welche die Lasten der Pfetten und Sparren ableiten beträgt 2,30m. Das Stützenpaar ist gelenkig gelagert und der Kopfpunkt biegesteif ausgebildet. Die Gründung erfolgt über Drehfundamente und dazu passende Stützenfüße.
In die Pergola wurden alle zur Nutzung des Gartens notwendigen Elemente, wie Bänke, Grätespinde und ein Gartenzimmer eingebunden.
Der Aufbau erfolgte in Modulen
Modul 1: verschattender Kolonnadengang zur freien Nutzung
Modul 2: verschattender Kolonnadensitzplatz 4x (Pergola mit eingehängten Sitzbänken)
Modul 3: verschattender Kolonnadenspindbereich 4x (Aufbewahrung Garten- Spielgeräte)
Modul 4: überdachtes Kolonnaden- Gartenzimmer 1x (Bastelraum /Werkstatt/Nachbarschaftstreff)
Das Gartenzimmer als nicht beheizter Raum dient den Nutzern von Frühjahr bis Herbst als Treffpunkt und bietet bei warmen Sommerregen Schutz. Es ist ca.16qm groß. Die Nord-, Ost- und Südfassade wird maßgeblich durch dreischichtverleimte Sperrholzplatte geschlossen. Die Westfassade ist mit einer Doppelflügel - und einer Dreifachflügeltür über die ganze Länge zu öffnen, um größere Veranstaltungen (Filmabende etc.) durchführen zu können. Die dreieckigen, farbigen Fensterelemente sind herausnehmbar.
Die Holzkonstruktion ist mit SunCare 900 und wood Care UV beschichtet. Auf diese Weise wird die Vergrauung zurückgehalten und der warme Holzton erhalten. Die gesamte Verschraubung wurde in V2A und die Konstruktionsverbindungen weitgehend unsichtbar ausgeführt.

Der Teich

2_teich

Ein ganz besonderer Anziehungspunkt ist die ca. 90 m2  große Teichanlage.
Eingerahmt an der Westseite durch eine bepflanzte Trockenmauer, die aus gebrochenen Gehwegplatten besteht, die beim Rückbau der Fläche angefallen sind, reiht sich im Norden ein Schilfgürtel mit Filterfunktion an. Dahinter wurde eine ca. 3m2 „Lehmpfütze angelegt, wo sich die Schwalben ihr Baumaterial für ihre Nester holen können. Auf der Ostseite wurden Granitplatten für die Befestigung des Teichufers eingebaut. Quer zur sich anschließenden Kiesfläche wurden nachträglich Baumstämme befestigt, um den Kieseintrag in den Teich zu verringern und als natürliche Sperre für Kleinkinder zu wirken. Von Süden her mündet der Bachlauf, der über einen Brunnen bzw. die Umwälzanlage gespeist wird. Das Ufer des Bachlaufes wurde nachträglich mit Basaltsteinen befestigt. Im Bachbett sind größere Findlinge verbaut, um einen „natürlich nachempfundenen Wasserlauf entstehen zu lassen. Die dabei entstandenen Nischen wurden bepflanzt.  An den Bach kommt man an mehreren Stellen durch seitlich angelegte Kiesfelder direkt bis zum Wasser. Die Bepflanzung zu beiden Seiten des Baches war vorgegeben, wird aber im Zuge der Weiterentwicklung des Gartens  nach und nach umgestaltet, so wie die Bodenverhältnisse es zulassen. Der Bau eines Teiches im öffentlich zugänglichen Raum war und ist eine besondere Herausforderung. Obwohl von einem Gartenbaubetrieb errichtet, war und ist er ein „Sorgenkind“. Sein heutiges Erscheinungsbild stellte einen Kompromiss dar. Ufer und Flachwasserzone wurden mit ca. 30 einheimischen Pflanzenarten besetzt. Seerosen zieren die Mitte des Teiches. Verschiedene Libellenarten wurden gesichtet, Wasserläufer tummeln sich und ein Schwarm Moderlieschen wurde sehr zur Freude der Besucher eingesetzt.
Wir sind der festen Hoffnung, das mit gedeihen der Pflanzen ein besonderes Schmuckstück im verlauf der Zeit entstehen wird.
Nicht nur jeder Gartenteichbesitzer ist zum „Fachsimpeln“ bei uns gerne gesehen.

Duftschlucht

3_duftschlucht

Sie befindet sich auf der östlichen Seite des Gartens vor den Pergolen und Sitzgelegenheiten. Die Duftschlucht ist ein Weg, welcher rechts und links von zwei Hügeln begrenzt wird. Es ist ein Weg, auf dem man sich von den Düften der sich dort befindlichen Pflanzen, wie : Lavendel, verschiedene Minzearten, Kräuter, Nelken, Muskatellersalbei, Monarden, Taglilien und anderen Blumen inspirieren lassen und erfreuen kann.

Liegewiese

Die Liegewiese befindet sich auf der Südseite des Gartens. Auf ihr sind verschiedene wertvolle Bäume angepflanzt worden, wie Ginkgo, Mammutbaum, Bauglockenbaum und weitere. Wenn diese Bäume nach einigen Jahren Wachstum ein ansprechendes Blätterdach ausgebildet haben, dann wird die Liegewiese gewiss auch als „Liegewiese“ zum Ausruhen im Schatten der Bäume in Anspruch genommen werden.

Hochbeete

4_hochbeet

Sie sind ca. 1,5 m breit, 3 m lang und 0,6 m hoch  und befinden sich auf der westlichen Seite des Gartens. Sie  erheben sich mitten auf der Wiese, zum Teil unter den Nussbäumen, die im Sommer Schatten spenden und sind gedacht für  Menschen, die nicht mehr ganz so beweglich sind und sich doch gärtnerisch noch ein bisschen betätigen wollen.
Zurzeit werden sie von den Kolonnadenmitgliedern mit Blumen der entsprechenden Jahreszeit bepflanzt, so dass  immer ein blühendes Beet zu sehen ist.

Pflanzfelder

5_pflanzplan

Mit Beginn des Vorhabens war geplant Teilen der Gartenfläche mit einer Bepflanzung durch ausdauernde Stauden und Ziergehölzen einen festen Rahmen vorzugeben und gleichzeitig individuell gestaltbare Flächen für die Anwohner anzubieten.

Gründüngungsansaaten und einjährige Sommerblumen überbrückten die Zeit bis zur Inbesitznahme. Inzwischen wurden Frühjahrsblüher, Gladiolen, Dahlien gepflanzt und Lücken mit Tagetes und Cosmea aufgefült. Alte und aktuelle Getreidesorten sowie verschiedene Kürbisarten haben neben Tomaten, Kräutern, Bohnen und Kohl ebenso ihren Platz gefunden wie Erdbeeren und ein Johnannisbeer-Hochstamm.
Durch umsetzen von Stauden können bei Bedarf weitere Individualbeete entstehen. Raum für ergänzende Pflanzungen und Umgestaltungen ist gegeben und wurde schon wirkungsvoll genutzt z.B. durch Kübeln mit Pelargonien, Hibiskus, Wunderblumen, Cannas, Chrysanthemen und Engelstrompeten, auch einjährige Kletterpflanzen wie verschiedenfarbige Winden, Schönranke und Glockenrebe sollen weiterhin gedeihen.
Ein Pflanzbeet muss besonders erwähnt werden – eine kleine Fläche, die mit großen Steinen, weissem Kies, Bambus, Japanischem-Fächerahorn, Strauchpaeonien, einer Muschelzypresse und Gräsern asiatisch gestaltet wurde. Zur Entstehung kam es, weil wir anlässlich der Einweihung dieses besonderen Gartens 1. einen außergewöhnlichen Akzent setzten wollten und weil ein „japanischer Garten“ Ausdruck einer besonderen Gartenkunst ist, wurde diese Idee umgesetzt. 2. Konnten wir für die praktische Pflanzaktion eine junge chinesische Familie und deren Eltern gewinnen, somit wurde es zum Höhepunkt der Einweihung und soll als symbolische Verbindung zum benachbarten Studentenwohnheim wirken.

Sollte Ihr Balkon zu klein sein – erweitern Sie ihn  einfach um ein paar Quadratmeter im Kolonnaden-Garten. Wir freuen uns auf Sie!!

Die Elektroversorgung

Zur betriebskostenneutralen Bewirtschaftung des Gartens wird an Alten Salzstraße 131 eine Photovoltaikanlage  (Nutzung der Sonnenenergie) aus 8 Modulen angebracht. Die Module der Fa. Schüco sind 0,84 m breit und 1,65 m lang.
Sie sind auf einer dazugehörigen Unterkonstruktion aufgebracht und werden über speziell angefertigte Stahlkonsolen mit der Tragschale der Außenwand des Wohngebäudes befestigt.
Der Strom der so gewonnen wird, wird direkt ins zentrale Netz der Stadt Leipzig eingespeist und entsprechend vergütet. Im Gegenzug kann für den Gartenbetrieb Strom aus dem Netz entnommen werden.